Antwort: Schmierblutungen und Schmerzen Clomifenzyklus


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Geschrieben von Simone am 22. März 2009 00:05:34:

Als Antwort auf: Antwort: Schmierblutungen und Schmerzen Clomifenzyklus geschrieben von Manfred van Treek am 17. März 2009 00:12:23:

Sehr geehrter Herr van Treek,

vielen Dank für Ihre Antwort, die mir wieder mehr Wissen vermittelt hat.
Inzwischen hatte ich einen Termin zur Gerinnungsdiagnostik und folgende Werte kamen bislang heraus:

Plättchenreaktivitätsindex: 0,84 <1,2
Plasmaviskosität: 1,38 mPas 1,14-1,34
HKT: 43,4 % M:42-50, F:36-45
Erythrozytenaggregation: 12,2 8-21
Thrombozyten: 339 / L 150-400x109
Sonstiger Gerinnungsstatus unauffällig ( Protein S folgt)

Sollte wieder eine Schwangerschaft eintreten, soll ich sofort Fragmin P Forte spritzen mit 2x wöchentlich Kontrolle der Thrombozytenzahlen.
Flüssigkeitsmenge von täglich 2-3l, z.B. Buchweizentee.
Was ich nicht verstehe ist, dass ich falls ich wieder schwanger werden sollte, Heparin spritzen soll, obwohl zumindest in dem ersten Befund nichts auf eine Abstoßung hinweist.
Die Nebenwirkungen sind nicht ohne, ich habe ein Beiblatt bekommen, auf dem sie stehen.
Außerdem sollen die Entzündungswerte bei mir erhöht sein (ich weiß nicht welche).
Ich habe eigentlich immer erhöhte Entzündungswerte im Blut, ist das typisch bei Hashimoto-Erkrankten?
Zudem habe ich eher zuviel als zuwenig Ferritin Eisen im Blut („dickes Blut“) und soll daher kein Selen zusätzlich nehmen, dabei hatte ich mir extra schon Selentabletten geordert, schade.
Es sind noch nicht alle Werte da, einige dauern einige Wochen.
Ich werde es jetzt in der zweiten Zyklushälfte mit der von Ihnen empfohlenen Progesteroncreme versuchen.
Zu Puregon wurde mir vom Arzt gesagt, dass damit die Empfängnisfähigkeit erhöht und die Gelbkörperbildung angeregt werden soll. Mögliche Nebenwirkungen sind mir nicht genau bekannt, aber mir haben schon die von Clomifen gereicht.
Ob ich Puregon aus hormoneller Sicht überhaupt brauche, ist eine gute Frage.
Bislang habe ich es einmal ohne Chemie bzw. mit TCM geschafft schwanger zu werden und einmal mit Clomifen.
Was meinen Sie dazu?
Ich habe diesen Zyklus auf das Puregon verzichtet, weil ich es gern mit der Progesteroncreme und Phyto L versuchen möchte.
Ich beobachte meine Zykluskurve und werde beim Eisprung anfangen zu cremen und sollte die Temperatur in den Tagen nach dem Eisprung sich erhöhen, die Menge dann verdreifachen.
Vielleicht klappt es ja.
Die Glutenintoleranz werde ich auch ins Visier nehmen, ich weiß, dass ich eine Laktoseallergie habe, aber das hat ja mit den Gluten nichts zu tun.
Ich hoffe einfach weiter und würde mich besser fühlen, wenn ich nicht wieder Chemie nehmen müsste.
Von meinem Arzt wurde mir im letzten Gespräch eine vorbereitete Befruchtung empfohlen, was ich aber abgelehnt habe, nicht nur wegen der Kosten, sondern, weil ich keinen Sinn darin sehe, denn ich habe ja vor allem Probleme damit, eine Schwangerschaft zu halten und meine, das dort angesetzt werden müsste.
Ich verstehe aber auch, dass eine Kinderwunschpraxis von solchen und weiteren Eingriffen lebt.
Was mich stört, ist eben die Nichtbeachtung vieler Faktoren, die ohne chemische oder operative Eingriffe behoben werden könnten, wenn man denn überhaupt darauf achten würde.
Aber als aufgeklärte Patientin achtet man dann eben selbst darauf.

Allerbeste Grüße und nochmals Danke für die wertvollen Infos
Simone


>Hallo sehr geehrte Frau Simone ….
>Danke für Ihre Antwort und dass Sie sich für meine ganzheitliche Herangehensweise an die Problematik interessieren.
>Die Schilddrüse betreffend: Sie sind bei dem Endokrinologen anscheinend in guten Händen. Aber denken Sie bitte auch noch an die 200 µg Selen täglich.
>Das Ferritin betreffend: Es kann tatsächlich sein, dass die Information über die größere Bedeutung des Ferritins für die Diagnose eines Eisenmangelsyndroms bei manchen Hausärzten noch nicht angekommen ist. Jetzt gibt es aber ein Problem und das macht meinen Berufsstand ein bischen schlecht; es könnte ein finanzielles Problem sein! Das Laborbudget des Arztes wird mit einer Eisenbestimmung nur mit einigen Cent belastet. Die Ferritinbestimmung kostet aber mehrere Euro. Fragen Sie Ihren Arzt, ob hier das Problem liegt; bieten Sie ihm an, die Kosten selber zu tragen. Ich hoffe, er schämt sich dann so sehr, dass er Ihnen diese im Grunde immer noch billige Untersuchungsmethode gönnen wird. Billig im Vergleich zu Ihnen möglicherweise noch bevorstehenden Methoden der Reproduktionsmedizin, die vermeidbar wären, wenn ein einfacher Eisenmangel Ursache oder Teilursache der Unfruchtbarkeit wäre.
>Nun zu dem Puregon. Ihre Zweifel sind berechtigt!! Ich habe einige Fragen:
>Sind Sie informiert worden über den Sinn und Zweck dieses Mittels?
>Kennen Sie mögliche Nebenwirkungen?
>Brauchen Sie Puregon aus hormoneller Sicht überhaupt?
>Wie begründet der Gynäkologe den Einsatz dieses Mittels bei Ihnen?
>Wenn Sie über diese Fragen von Ihrem behandelnden Gynäkologen nicht aufgeklärt worden sind, dann können Sie gerne nochmal – ich glaube, es heißt - „posten“. Ich werde dann schnellstmöglich antworten und meine Überlegungen dazu mitteilen.
>Den geplanten Besuch beim Immunologen betreffend: Das ist gar nicht schlecht, auch hier Diagnostik zu betreiben. Aber selbst wenn diese negativ ausfällt: denken Sie bitte auch daran, mittels Gentest (www.labovital.de) eine Gluten-Intoleranz (www.gluten-intoleranz.de) auszuschließen oder zu bestätigen.
>Den Mönchspfeffer betreffend: Nehmen Sie ein Mönchspfefferpräparat ruhig gleichzeitig zu den anderen Methoden. Sie werden einen möglichen positiven Effekt nicht unbedingt „spüren“. Dem Mönchspfeffer könnte eine Teilursache für eine erfolgreiche Schwangerschaft zugesprochen werden, wenn es dazu kommt. Ich hoffe es für Sie. Die Wirkungsweise von Mönchspfeffer ist vielen nicht bekannt. Ich will sie kurz erläutern: Wenn eine Frau ein Kind bekommen hat, dann sorgt eine verstärkte Ausschüttung von Prolaktin aus der Hypophyse dafür, dass die Frau auch stillen kann. Pro = für und Lakt = Milch. Gleichzeitig bremst das Prolaktin aber die Gelbkörperaktivität im Eierstock, es verhindert einige Monate lang weitere Eisprünge. Das ist sehr sinnvoll, denn eine Frau, die ihre physische Kraft auf das Stillen richtet, sollte nicht gleich mit dem nächsten Kind belastet sein. Das hat die Natur sehr klug eingerichtet. Mönchspfeffer hat nun die Eigenschaft, das Prolaktin zu hemmen. Somit kommt es durch Mönchspfeffer zu einer "Hemmung der Hemmung der Gelbkörperaktivität". Also hat Mönchspfeffer eine "progesteronerge" = Progesteron fördernde Wirkung.
>Noch etwas zu Ihrer persönlichen Situation: Kann es sein, dass Sie ein bischen zuviel hadern? Sie schreiben oft „leider“ und „schade“ und „alleingelassen werden“ und „wertvolle Zeit verstrichen“. Ich meine, Sie haben ein Recht zu hadern und traurig zu sein. Und ich hoffe, es hilft Ihnen bei der Verarbeitung Ihrer zur Zeit nicht leichten Situation weiter, wenn Sie Ihren Frust mal rauslassen. Aber: wissen Sie, was „Patient“ auf deutsch heißt? Es kommt aus dem Lateinischen und heißt wörtlich übersetzt: „Geduldiger“ oder „Geduldige“. Ein Problem ist sicherlich der sehr spät aufgetretene Kinderwunsch. Ich hoffe, Sie und Ihr Mann schaffen es, ohne Zwang und Krampf an Behandlungen heranzugehen. Nehmen Sie es doch einfach so, wie es kommt. Wie es kommt, so sollte es eben auch sein. Vielleicht können Sie sich ja die Gelassenheit geben, es in die Hände der weisen Mutter Natur zu geben oder, wenn sie ein religiöser Mensch sind, in die Hände Gottes.
>Für heute dann mal herzliche Grüße aus Viernheim
>Manfred van Treek



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