Berichte


PERLE Stand auf dem 2. Ökumenischer Kirchentag in München 2010

Voller Elan starteten wir an der letzten MV unser erstes großes Projekt: wir wollen PERLE e.V. auf der Agora in München beim ÖKT präsentieren. Verschiedene Arbeitsgruppen wurden gebildet und mit großen Engagement wurde geplant, eingekauft, designet und organisiert. Durch eine großzügige Spende eines Mitglieds war dann auch die Finanzierung der Standgebühren und des neu erstellten Materials gesichert. Vielen, vielen Dank!

Dem trüben Wetter des Kirchentages zum Trotz war bei uns die Stimmung prächtig. Wir freuen uns immer, wenn wir uns zu sehen, da wir ja über ganz Süddeutschland verteilt sind und uns sonst meist nur im WWW treffen oder am Telefon. Am Mittwoch wurde es dann spannend. Wie würde unser Stand aussehen, passen die Dinge alle zusammen und vor allem, haben wir nichts Wichtiges vergessen? Nachdem alles aufgebaut war, konnten wir stolz und zufrieden zum Eröffnungsgottesdienst ziehen. Wir fanden unseren Stand wunderschön!

Der Zyklus, dargestellt mit Naturmaterialien, war ein großartiger Blickfang. Die einzelnen Bilder wiederholten sich an den Wänden und wer wollte konnte sich mit den Motiven auch noch das Zykletto-Spiel kaufen. (Memory-Spiel) Zwar fehlte auf den ersten Blick irgendwie der Titel, das PERLE Logo mit Erklärung oder etwas ähnliches. Aber das sollte sich als Chance herausstellen. Viele Besucher kamen neugierig mit der Frage, was stellt ihr denn nun dar? Und schon waren sie in ein Gespräch eingebunden! Eine andere häufig gestellte Frage lautete: mit welcher Motivation seid ihr hier? Warum wollt ihr die NER bekannt machen? Das Glücksrad mit Fragen zu Religion oder NER war auch ein sehr guter Publikumsmagnet.

Viele gute Gespräche führten wir an unserm Stand. Dabei kamen die unterschiedlichsten Begabungen der einzelnen Mitglieder voll zum Zuge. Jede war richtig und wichtig! An dieser Stelle ganz offiziell nochmal herzlichen Dank für euren Einsatz.

Als Fazit könnte man sagen: die Arbeit hat sich gelohnt, sie hat uns sehr bereichert. Wir konnten uns bekannt machen, man denke nur an die vielen Gespräche mit den MFM - MitarbeiterInnen, den Mitarbeitern von INER und der NFP. Es war sicher nicht unser letzter Einsatz an einem Kirchentag bzw. Katholikentag.

Internationaler Kongress "Humanae Vitae: a topical and prophetical Encyclical Letter"
(Humanae Vitae: Aktualität und Prophetie einer Enzyklika)
in Rom vom 3. – 4. Oktober 2008

Veranstalter des Kongress waren folgende Organisationen

  • Katholische Universität Sacro Cuore in Rom
  • Conferderazione Italiana centri Regonlazione Naturale Fertilità
  • Päpstliche Institut Giovanni Paolo II
  • Institute Européen d’Education Familiale (IEEF)

Etwa 500 Teilnehmer aus aller Welt trafen sich, um meist anspruchsvolle Vorträge zu hören. Thematisiert wurde: Familie, Empfängnisregelung, Glauben und Werte die der Familie zugrunde liegen. Als ev. Christen waren wir dem Thema des Kongresses gegenüber zunächst reserviert. Diese Reserviertheit wich einem großen Interesse, da die meisten Referate für Ehepaare, Familien und die Liebe untereinander ein großer Gewinn waren, unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit.

Die Vorträge drehten sich fast alle um ein zentrales Thema von „Humanae Vitae“, nämlich der Weitergabe des menschlichen Lebens. Insbesondere soll die Fruchtbarkeit ohne Manipulation und Eingriffe von außen gelebt werden.

In den Vorträgen wurde die Enzyklika aus verschiedenen Gründen als prophetisch dargestellt. Unter Anderem wurde genau zum 10. Jubiläum von „Humanae Vitae“ das erste Retortenbaby Louise Brown geboren. Die Trennung von Befruchtung und Sexualität ist heute durch die Existenz von Samenbanken und künstlicher Befruchtung zur Selbstverständlichkeit geworden mit all den daraus bekannten schwerwiegenden Folgen. Zum Beispiel wurde das Fehlen des biologischen Vaters inzwischen als potentielles Problem für das Kind erkannt, weil ihm seine persönliche Familiengeschichte verborgen bleibt. Dies sind einige der Gründe, warum „Humanae Vitae“ aktueller denn je ist. Alle Vorträge sollen als Buch erscheinen.

Am Samstag Morgen um 8:30 fand für die Kongressteilnehmer eine Messe im Petersdom mit Kardinal S.Em.za Card. Tarcisio BERTONE statt. Im Anschluss an die Messe konnten alle Teilnehmer noch die Gräber der Päpste besuchen.

Zitate aus Vorträgen, die uns spontan einfallen:
"Die Ehe ist eine Ikone der Dreifaltigkeit"
 
"Eheliche Liebe, Vaterschaft und Mutterschaft sind eine verantwortungsbewusste Vision für die ganze Welt"
 
"Das Kennen und die Annahme unserer persönlichen Fruchtbarkeit versöhnt uns mit unserem Leib und unseren ethischen Wurzeln."
 
"Um zu sehen brauchen wir das Herz, die Augen genügen nicht"
 
"Menschen reproduzieren sich nicht, sie pflanzen sich fort - jeder Mensch ist einzigartig und kann nicht reproduziert werden - somit ist der Ausdruck 'Reproduktionsmedizin' falsch gewählt."

Die Tage begannen morgens um 6 Uhr und endeten nach Mitternacht. Insgesamt war es schön, aber sehr anstrengend, dort gewesen zu sein.

Sigrun Peters und Karin Türck – mit Blick auf den Gardasee (aus dem Flugzeug)


Mitgliederversammlung des Institute Européen d'Education Familiale (IEEF) in Rom am 2. Oktober 2008

Am Nachmittag vor dem Kongress fand die Mitgliederversammlung der Europäischen Dachorganisation IEEF statt. Erfreulich war, dass etwa 30 Vertreter von 20 verschiedenen Organisationen erschienen waren, darunter 10 Frauen aus Russland, sowie Vertreter von Organisationen aus Deutschland, Lettland, England, Frankreich, Irland, Italien, Malta, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien.

Zwei neue Organisationen wurden als Mitglieder vorgestellt und aufgenommen: unser Verein PERLE e.V. Deutschland und ein Dachverband von 3 italienischen Organisationen (INER Italia, Centro Camen und die Billings Gruppe).

Die Tagesordnungspunkte wurden abgearbeitet und der Vorstand wurde entlastet. Das Protokoll kann auf der Webseite von IEEF nachgelesen werden.

Unter anderem wurde ein altes Thema wieder aufgegriffen: es soll demnächst ein Mindestkatalog für die Ausbildung von Multiplikatoren erarbeitet und vorgestellt werden.

Sigrun Peters und Karin Türck mit Blick auf die verschneiten Alpen (aus dem Flugzeug)


Internationaler Kongress "Fertility awareness: the missing cornerstone" am 6. September 2008

Unter obigem Thema, was auf deutsch so viel wie "Fruchtbarkeitsbewusstsein, der fehlende Eckstein" bedeutet, fand in Antwerpen, Belgien, ein sehr gut organisierter und interessanter europäischer Kongress statt. Ihr Fachwissen in den "Fertility Awareness Methods" (FAW Methods – Wissen um das eigene Fruchtbarkeitsgeschehen - Natürliche Empfängnisregelung) stellten Ärzte und Professoren aus folgenden Ländern zur Verfügung: Belgien, Holland, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Ungarn, Litauen und den USA.


Runder Tisch mit Dr. Ursula Sottong, Prof. Dr. Yves Jacquemyn, Prof. Dr. Hendrik Cammu, Prof. Dr. Günter Freundl, Prof. Dr. Jokin de Irala und Prof. Dr. Victoria Jennings moderiert von Greet Michielsen

Zunächst waren wir sehr unentschlossen, ob wir überhaupt fahren sollten. Die Gründe: Sigrun hatte ihre Sommergrippe noch nicht ganz überwunden, Karin befand sich kurz nach einer Schulter OP und war auch noch nicht wieder hergestellt. Dann: Kein Geld und die weite Entfernung – 850 km ab München! Es war eine gute Entscheidung zu fahren: Wir erlebten kompetente Referenten und Teilnehmer, und bei allen eine tiefe Überzeugung für die NER. Wir waren auch überrascht wie groß das Verständnis für unsere Situation war – die Gründung von PERLE.

Folgende Themen erregten unser besonderes Interesse:

  • Paare mit Kinderwunsch werden tatsächlich in einigen Zentren des In-und Auslandes zunächst mit dem Wissen um die eigene Fruchtbarkeit vertraut gemacht! 30, 40 oder mehr Prozent von diesen Paaren werden dann spontan schwanger, die übrigen kommen zyklusgerecht zu den Hormonbestimmungen und Untersuchungen, was Zeit und Geld spart. Ein lang ersehnter Wunsch der Pioniere der NER wie Prof. Dr. Rötzer ist somit in Erfüllung gegangen. In Deutschland gab es eine besonders erfreuliche Entwicklung, ich zitiere aus der neu erschienen 4.Auflage von „Natürliche Familienplanung heute“, Springer Verlag, im Vorwort: "Mit Gründung der Sektion „Natürliche Fertilität“ bei der deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsmedizin (DGGEF) wurde die NFP in einen wissenschaftlich tätigen Fachverband integriert, der gleichzeitig eine Plattform für die ärztliche Fortbildung bietet." (Wir empfehlen Euch, diese Neuauflage zu erwerben, dessen Lektüre für alle Multiplikatoren und Interessierte eine Wiederholung, Vertiefung und Fortbildung darstellt.)
  • Von England hörten wir, dass die NER fester Bestandteil der Ausbildung aller Krankenschwestern und Ärzten bildet. An verschiedenen Universitäten ist dieses Wissen in den Vorlesungen ein fester Bestandteil. Dazu gehören Heidelberg und Navarra (Spanien).
  • Allen ist klar, dass das Wissen um die körpereigenen Vorgänge bei Jugendlichen besonders gefördert werden muss, um zur Verantwortung zur erziehen. Das MFM Projekt wurde vorgestellt.
  • Ein weitere Entwicklung ist, dass immer mehr Zentren für den eigenen Gebrauch und die Beratung, aber auch Ausbildung das Internet verwenden

Von der Industrie wurden zwei Dinge präsentiert:

  • Ein großes Spekulum für die Frau, mit welchem diese auf den Millimeter genau die Öffnung des Muttermundes messen kann. Wir haben niemanden getroffen, der davon angetan war.
  • Auf Interesse hingegen stieß ein Programm von sympto.ch mit welchem man den Zyklus aufs Handy speichert. (Für mehr Information: unter www.sympto.ch oder direkt bei der SymptoTherm-Stiftung, Grand-Rue 41, CH 1110 Morges.

Froh darüber, dass wir den Kongress besuchen konnten und neu motiviert für die Weitergabe der NER kehrten wir nach Hause zurück. Die erfahrene Gemeinschaft und die Herzlichkeit dort haben uns gut getan.

Sigrun Peters und Karin Türck